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Johannes Witek

 

Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte

 

Gedichte und Prosa

 

 

„Das Problem mit dem Underground ist, dass es ihn nicht gibt“, heißt es bei Johannes Witek. Dabei sind seine Geschichten über das pure Leben wahre Perlen des Undergrounds, sprachlich brillant und thematisch stets am Puls der Zeit.

 

Andere schreiben über Gott und die Welt – Johannes Witek spricht in seinen 63 Lyrik- und Prosatexten mit bezauberndem österreichischem Charme über den Mond und die Sachertorte.

ISBN 978-39812457-2-1
Seiten 154
Neupreis 12,95 € (Paperback)
2. überarb. Auflage

 

 

Das Buch hier direkt beim Verlag bestellen (keine Versandkosten)


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Presse/Kritiken und sonstige Links

 

  • "Allein für das Gedicht nämlich, dem das Bändchen seinen Titel verdankt, hat sich der Österreicher Johannes Witek unsere Hochachtung verdient: Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte. Das ist fein formuliert und regt zum Nachdenken an. Mein heutiger Lieblingstext aber, unter all den unseren Alltag auf wundersame Weise abbildenden Gedichten und Prosastücken, ist das Poem "Mein Tag ist gerettet", in dem Witek Buddha, Ghandi und Bill Gates dafür dankt, dass er weder Adalbert Stifter noch Thomas Bernhard oder Heimito von Doderer ist. Ein Gedicht von geradezu therapeutischer Wirkung."

Am Erker, Fritz Müller-Zech, Nr. 59, Juni 2010

 

  • Johannes Witek im Interview mit Gabriele Busse im Freien Radio Tübingen
     
  • Bissig, brillant und zum Brüllen komisch, 18. März 2011

     
    Von 
    G. Busse - bei www.amazon.de

    Johannes Witek trifft ins Schwarze: In diesem Gedichtband mit dem witzigsten Titel aller Zeiten legt er den Finger in die Wunde - mitten hinein in gesellschaftliche und seelische Abgründe. "Der Mensch ist seiner Anlage nach eher unvorteilhaft zusammengesetzt" sagt Witek mit trockenem Witz, der typisch für ihn ist.

    Witek ent-deckt den Alltag, der nie ein Alltag ist. Er entdeckt das Menschliche, er legt es Schicht für Schicht frei und findet darin Selbstsucht, Grausamkeit und Verzweiflung - und zugleich eine surreale Komik, die das Menschsein erträglich macht. Witek formuliert eine "Psychologie der Masse", kurz und exakt wie ein Schuss. Der Erzähler ist zugleich immer Teil davon, steht mit am Abgrund und erhebt sich nie über die, die er zu kritisieren scheint. "Ich nehme mich da nicht aus", so der Autor. Auch Österreich nimmt er nicht aus. Was jedoch beim ersten Lesen als gnadenlos zynischer (und gnadenlos zutreffender) Verriss seines Landes erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick als feinfühlige Suche nach einer Antwort auf die Frage, was es bedeutet, Österreicher zu sein. Seine Antwort ist vor allem eines: kraftvoll. Mit breitem, wütenden Pinselstrich schleudert er Gedichte in die Welt, die sich nicht darum scheren, wie sie ankommen, die sich nicht anbiedern, die ehrlich erfühlt werden wollen. Witeks Gedichte sind mutig, rotzig, witzig und klug - und zugleich hoch sensibel und zutiefst poetisch.

    Gedichte, die seit Bukowski ihresgleichen suchen.

    Seit ich dieses Buch gelesen habe, weiß ich wieder, was Lyrik kann und können soll: den Blick auf die Welt verändern.
    Und nie habe ich so viel gelacht dabei.

 

  • EIN DADAISTISCHER IMPRESSIONIST

     

    Gedichte und Prosa präsentiert uns der Salzburger Autor (Jg. 1981) mit Impressionen, die oft genug das Reale verlassen und uns quasi auch Sinnexperimente vorführen. Allein der Titel ist schon so wahnwitzig – und so heißt es auch im Titelgedicht: „dieses unbestimmte Gefühl, / dass jeder Mensch in jeder Sekunde / seines Lebens die Summe aller möglichen / Möglichkeiten ist und die Erkenntnis daraus / wie schrecklich diese Erkenntnis ist.“

    Soll man sagen, die Texte sind aus dem Leben gegriffen, müßte man zumindest ergänzen, daß das Begreifen des Lebens ins Chaotische zielt. Überdies eignet diesem Autor wie so manch anderem Österreicher der Hang zum Makabren, wie etwa auch folgender Gedichttitel beweist: 'Michel Foucault schlägt auf eine Hostie ein während drei brennende Kamele vor dem Fenster ihn relativ unbeteiligt dabei beobachten'.

    Ganz heftig geht es zu in der Geschichte 'Die Tyrannenmörderinnen', wo viele Frauen einen Mann nach und nach zerlegen und die Partikel in Zigarettenpapier wickeln und rauchen. Daß bei Witek auch mal die Rede vom „blasen“ und „runterholen“ ist, scheint noch eine Restreferenz an den literarischen Underground, den der Verlag mit dem Begriff „Chaotic“ im Namen eventuell repräsentieren möchte. Oder wenn da „Ingeborg Bachmann / mit einer Oboe in der Vagina“ auftaucht – oder: „Ein Aphorismus / von Marie von Ebner-Eschenbach stelzt rein und / brunzt ihm in die Zahnpastatube“ - oder: „Gefühle werden an uns kleben wie / die Pisse des Adels an den Wänden von Versailles.“

    Ach nein, man muß es ganz einfach sagen, das sind aberwitzige und absurde Konstellationen, die uns der Witek da zusammenpalavert: „Wir sind nun einmal dazu / gezwungen,die Welt durch einen Menschenschädel / zu betrachten.“ Und wenn dieser Menschenschädel dem Witek gehört, dann kann man sich auf Extremitäten gefaßt machen! Als da Ereignisse wären wie: 'Der Einzug in Jerusalem aus Sicht des Esels' oder 'Die Balkonkastration' oder: 'Nachts springt manchmal in leeren Autos etwas gegen die Scheiben, wenn ich vorbeigehe.' Und das sind allesamt Formulierungen aus dem Minengürtel zwischen Wahn und Genialität, von denen man nicht weiß, wie man sie „verstehen“ soll. Und dann wird da noch diese „euphemisierende Urinsteinlutscherzwischenmenschlichkeit“  artikuliert, bei der einem ebenso schlecht wie bange wird. Auch seine Verse klingen wie „Judas Priest / die einen Joan-Baez-Song covern“ oder erinnern sie an ein „Thomas-Bernhard-Grießnockerl / aus hausgemachter Vorarlberger Scheiße“ oder an ein Monster, das aus dem Fuschlsee auftaucht und zwei Zeilen aus einer Novelle von Ferdinand von Saar zitiert.

    Wenn man Witek glaubt, daß „die meisten Leute / deppert sind“, dann wunderts einen nicht, daß man auf Anhieb wenig versteht, von dem, was in seinen Zeilen abgeht. Das ist ein dadaistischer Impressionist, der uns auf seine ganz spezifische Art noch anders „deppert“ macht. Und da ist man schon dankbar für einen Gedichttitel wie 'Wo geht’s hier zur antiimperialistischen Front, Prometheus?' - noch dazu, wenn sich hier eine Parodie-Hommage an Goethes 'Prometheus' offenbart: „Wofür sollen wir dich ehren, Zeus?“ Es gibt sogar auch eine Hommage an Kafkas 'Hungerkünstler' – bei Witek wird daraus der 'Schweigekünstler', der jahrelang bei einem Zirkus in einem Käfig liegt. Der Witek aber ist ein Antiverschweigungskünstler – er spricht nicht nur das Übliche, er spricht v.a. das eigentliche Unaussprechliche aus. Und dem sollten wir uns zwischendurch durchaus einmal ausliefern.

KS (Literaturzeitschrift KULT)

 

  • Ort: Ganz nah. Was ist „ein Leben wie Spaghetti, nur ohne Sauce und mit Reis statt den Nudeln“? Ich würde sagen so ziemlich genau das, was unseren Alltag ausmacht. Wer hat nicht Sehnsüchte und heiße Wünsche und wird dann eines Besseren belehrt? Doch Johannes Witek belehrt nicht und entfacht erst gar nicht unsere Begierde nach dem Ungreifbaren. Er bleibt am Boden und konfrontiert uns mit unserer Realität, ohne zu dramatisieren und ohne uns dabei zu entmutigen. Und das ist doch schon eine hohe Kunst der Poesie. Voll Humor, Selbstironie, skurril, auch schwarz und bissig schafft es der 1981 geborene Autor uns in seine zunächst leichtbekömmlichen Verdichtungen von Lyrik und Kurzgeschichten in komplexe Wortgerüste und Gedankeninhalte voranzutreiben. Z.B. wenn Witek bei einem Familienausflug von dem, was ungezählte Jahre an Evolution mit seinem Erbgut angerichtet hatten, schreibt und damit sein Kind meint (S. 77). Ob Witek auf Bernhard reflektiert oder auf andere wie Coelho einen Seitenstich riskiert, ob er ein Liebesgedicht der anderen Art, nämlich der Anpassung und nicht des Dahinschmachtens oder einen Nachruf mit dem Titel „Und die Salinenkapelle hat auch so fesch gespielt“ verfasst, seine Sprache ist präzise und pointiert. Ungeheuer kreativ ist die Namenswahl seiner Figuren, wie Alfred Tepetutschnig, der eines Morgens als Protagonist in einem Roman von Handke erwacht, oder des Gemeindebediensteten Alois Himmelfahrtspointner, dem man bei der Morgentoilette beiwohnen kann. Nicht weniger amüsant fallen seine Titel aus. Ein brillantes Debüt!

    Ingrid Reichel

    LitGes & etcetera Redaktion, www.litges.at

    etcetera 41/ Orte:wo/ Oktober 2010


  • „Johannes Witek erzählt Geschichten aus dem Leben – mit unerwarteten Wendungen und eigentümlichem, bissigem Humor."

(IS) Literaturzeitschrift Rattus Libri, Ausgabe 73, September 2009


  • "Eine sehr empfehlenswerte Textsammlung für alle Menschen, die die Welt einmal aus einer Perspektive betrachten wollen, die irgendwo zwischen Mond und Sachertorte anzutreffen ist."

Sindri / buchritik.at, 14.07.2009


  • "Radieschen-LeserInnen ist Johannes Witeks Liebe zum langen Titel schon aus mehreren Ausgaben ein Begriff. Nun ist eine Sammlung von Lyrik- und Prosastücken (im Sternzeichen der Sachertorte) bei Chaotic Revelry erschienen und die Zusammenstellung aus dem Witek´schen Universum erlauben nachvollziehbare Weltsichten, detailverliebt und mit recht schonungslosem Blick auf alltägliche Absurditäten."

Literaturzeitschrift Radieschen, Ausgabe "Rollen&Bilder" Dezember 2009, www.radieschen.at


  • Autoren-Interview: Ulrich Wilker interviewt den österreichischen Autor Johannes Witek und erhält Antworten zur Debüt-Veröffentlichung "Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte" und zu weiteren Klischees. Das ganze Interview hier klicken.

  • Kritik: Johannes skizziert dieses "spezielle, unbestimmte Gefühl", wenn die Welt "wirkt wie eine Explosion in Chlorophyll". Fast normale Alltagsszenarien geraten aus den Fugen, ins Absurde und kompostieren fantastische Träume, Beziehungsdramen und Begegnungen mit dem eigenen Ich. "Einsamkeit und Lyrik haben manchmal eines gemein - Man erkennt sie daran, dass rechts (an den Wänden) was frei bleibt". Auf dem Weg durch Salzburg und zur Arbeit trifft Johannes auf Ameisen in der Bierspur, auf den Fotomörder, die Experten der Ekstase, ersinnt Idealrezepte für den richtigen Umgang mit tierischen Freunden und mutiert zu André Heller.

    Gesamteindruck: Wie ein anarchischer Ringelnatz auf LSD-Trip manövriert Johannes sich im Dialog mit menschlichen Dramen, die auf eine Schlusspointe abzielen und moralische Instanzen aufgreifen und gleichzeitig wieder in Frage stellen. Johannes reflektiert und skizziert Verhaltensweisen, die aus der Nietzsche-Gesamtausgabe entliehen worden sind und den ganz normalen Wahnsinn persiflieren, wenn sich das ganze Ausmaß, das Dilemma der Zwischenmenschlichkeit im Dialog offenbart. Das verursacht Probleme. Und Johannes löst diese fabelhaft.

Frühlingsausgabe 2010 des UNDERDOG-Fanzine #31

 

  • "Witek lässt in seinen Texten abgerissene Daumen einrollen und anschließend rauchen, an anderer Stelle gibt es ejakulierende Feuerwerkskörper."

Beatrix Alfs / www.gedankenspinner.de vom 9.6.2011

 

 

Chaotic Revelry Verlag
info@cr-verlag.de